Die Entstehung eines Bandscheibenvorfalls ist ein langer Prozess
Wenn die Symptome eines Bandscheibenvorfalls auftreten, sind die meisten von uns schockiert und glauben natürlich zu wissen, was sie ausgelöst hat: Wir haben ein schweres Möbelstück gehoben, den Ersatzakku aus dem Kofferraum des Autos genommen, uns gebückt, um unsere Schuhe zuzubinden, oder sind beim Fußballspielen gestürzt. Sofort denken wir an den „Unfall“, nach dem die Schmerzen, das Taubheitsgefühl und die anderen unangenehmen Symptome kamen. Die Realität ist jedoch in den meisten Fällen, dass dies nur der letzte Tropfen im Fass war.

Die Bandscheibenvorwölbung unserer Bandscheiben ist das Ergebnis eines langen – meist jahrzehntelangen – Prozesses. Durch die Ausführung unserer alltäglichen Aktivitäten auf eine nicht rückenfreundliche Weise gelangen wir zu einem solchen Grad der Degeneration des Knorpels, dass schließlich auch Beschwerden auftreten. Leider werden diese Bewegungen und Bewegungsabläufe zu unseren Gewohnheiten und zu einem Teil unseres Alltags
und zerstören unbemerkt die Bandscheiben, die die Elastizität unserer Wirbelsäule gewährleisten. Einige typische Beispiele, ohne Anspruch auf Vollständigkeit:
- Gekrümmtes Sitzen beim Essen, in der Schule, im Auto, am Arbeitsplatz
- Kochen, während man sich über eine niedrige Küchenarbeitsplatte beugt
- Heben und Tragen schwerer Gegenstände mit gebeugtem Rücken
- Körperpflege, während man sich über das Waschbecken oder die Badewanne beugt
- Autofahren in zurückgelehnter, gekrümmter Sitzposition
- Hinunterbeugen zu kleinen Kindern
Diese vielen kleinen, falschen Belastungen – die regelmäßig, mehrmals täglich über Jahre hinweg ausgeführt werden – verursachen anfangs nur kleine, sich aber mit der Zeit summierende Schäden in den schichtartig aufgebauten Geweben der Bandscheibe, bis schließlich der von uns als Auslöser angenommene letzte Stoß – wie der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt – den endgültigen Impuls gibt und die Symptome eines Bandscheibenvorfalls unmissverständlich auftreten.
Dieser Prozess kann jedoch gestoppt werden, wenn wir der Vorbeugung Priorität einräumen. Achten wir auf unseren Autositz, verwenden wir Hilfsmittel gegen das Zusammenkrümmen. Achten wir darauf, wie wir heben und wie wir die Hausarbeit verrichten.